Wie bei allen Sportarten kann es auch im Skisport zu Verletzungen kommen. In einer Saison werden circa 42.000 Personen ärztlich behandelt. Damit bestätigt sich zwar der Trend, dass Skifahren im Vergleich zu früher immer sicherer wird, dennoch stehen schwere Verletzungen immer noch auf der Tagesordnung der Unfallkliniken.

Doch welche Gefahren lauern, wenn bereits eine Verletzung vorlag oder sogar noch vorhanden ist? In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit den häufigsten Verletzungen im Skisport und geben praktische Hinweise, sodass das Risiko für erneute Verletzungen minimiert wird.

Die häufigsten Skiverletzungen

Verletzungen treten in jeder Altersklasse auf. Bei älteren Personen werden jedoch häufiger Knochenbrüche festgestellt. Das ausgekugelte Schultergelenk oder das gerissene Kreuzband ist eher typisch für jüngere Skifahrer.

In der folgenden Liste wird die Häufigkeit einer Verletzung bei einer bestimmten Körperregion in Prozentzahlen angegeben:

  • 31,6% Knie
  • 20,2% Schulter
  • 11,0% Kopf
  • 9,4% Rumpf
  • 9,1% Hüfte und Oberschenkel
  • 5,6% Unterschenkel
  • 4,1% Fuß
  • 3,2% Oberarm
  • 2,9% Hand

Unterschiede gibt es aber auch zwischen den Geschlechtern. Während bei Frauen fast die Hälfte der Verletzungen auf das Kniegelenk zurückzuführen sind, hat das männliche Geschlecht mehr mit der Schulter zu kämpfen.

Selbstüberschätzung, unebene Pisten oder mangelnde Ausdauer sehen Mediziner oft als Ursachen für Stürze.

Das geringste Risiko für Verletzungen gehst du beim Langlaufen ein. Zwar wird diese Sportart als gesund und gelenkschonend bezeichnet, so ist dennoch auf die richtige Technik und die individuelle Kondition zu achten. Denn bei Unkonzentriertheit kannst du dir auch hier schnell das Bein verdrehen.

Verletzungen sind allgegenwärtig beim Skifahren. Häufig ist das Kniegelenk betroffen. (Bildquelle: pixabay.com / PublicDomainPictures)

Skifahrer und Snowboarder sind einem ähnlichen Risiko ausgeliefert. Sehr häufig reißt das Kreuzband oder der Meniskus. Das liegt daran, dass das Kniegelenk ausschließlich über Bänder gesichert wird. Fehlbelastungen oder Folgeschäden, wie zum Beispiel Arthrose, sind möglich.

Was muss ich als Skifahrer bei Knieverletzungen beachten?

Skifahren nach einem Kreuzbandriss mit OP

Die Reha ist erfolgreich abgeschlossen und der Arzt ist zufrieden. Jetzt kann es wieder auf die Piste gehen. Doch Vorsicht: Eine französische Studie über Skifahrer mit einem Alter von über 25 Jahren zeigte, dass fast jeder fünfte Skifahrer erneut einen Kreuzbandriss am selben Knie erleidet.

Sogar ein Drittel der Skifahrer haben sich am anderen gesundem Knie einen Kreuzbandriss zugezogen.

Nach einer Kreuzband-Operation ist der Heilungsprozess sehr langwierig. Der Körper braucht Zeit, um die neue Struktur mit Nährstoffen versorgen zu können. Bis das operierte Kreuzband seine ursprüngliche Reißfestigkeit wiedererlangt, musst du mit einer Dauer von circa einem Jahr rechnen.

In der Wissenschaft ist die körperliche Fitness als wesentlicher Faktor für die Vorbeugung von Verletzungen anerkannt.

Eine Übersichtsarbeit von schwedischen Wissenschaftlern empfiehlt, dass ein angemessenes Maß an Kraft, Ausdauer und Konditionierung vorhanden sein muss, um den technischen Anforderungen dieser Sportart erfüllen zu können.

Erst die zukünftige Forschung wird zeigen, welche Rolle die körperliche Fitness genau ausmacht, um die Häufigkeit und Schwere von Ski- und Snowboardverletzungen reduzieren zu können.

Skifahren und Sport nach einem Kreuzbandriss ohne OP

Ja, dieses Szenario ist möglich. Es hängt allerdings von mehreren Faktoren ab. Eine 20-jährige Sportskanone wird wahrscheinlich nicht ohne ein Kreuzband im Knie auskommen. Dagegen kann eine ältere Person, die wenig „knieunfreundliche“ Sportarten ausübt, durchaus ohne Kreuzband leben. Insgesamt hängt es von der individuellen Stabilität des Kniegelenkes ab.

Je unsicherer du dich ohne Kreuzband fühlst, desto eher solltest du dich von Abfahrten fernhalten.

Das Problem sind vor allem die ständigen Richtungswechsel beim Skifahren oder Snowboarden. Skilanglaufen mit einer sicheren Technik und genügend Kondition wäre bei Schmerzfreiheit denkbar. Dir sollte allerdings bewusst sein, dass Folgeverletzungen denkbar sind.

Letztlich ist es jedem selber überlassen, wie man mit dieser Situation umgeht. Es wäre jedoch sehr zu empfehlen, den Rat eines Sportarztes einzuholen. Dieser bewertet die Situation fachgerecht und gibt Hilfestellungen, unter welchen Umständen es möglich wäre, die Skier auch ohne Kreuzband festzuschnallen.

Skifahren mit Meniskusriss

Der Meniskus im Knie ist besonders anfällig für Verletzungen beim Skifahren oder Snowboarden. Grund dafür sind die häufigen Drehbewegungen. Ein stechender Schmerz zusammen mit einer Bewegungseinschränkung ist ein deutliches Warnsignal.

Patienten mit einem Meniskusriss laufen deutlich schneller Gefahr, in kürzerer Zeit eine Arthrose im Knie zu entwickeln.

Stechender Schmerz und Einschränkungen in der Beweglichkeit sind deutliche Anzeichen einen Arzt aufzusuchen.

Nicht immer ist eine Operation bei einem Teilriss notwendig. Eine konservative Behandlung kann die Symptome über Ruhigstellen, Physiotherapie und gezielten Muskelaufbau stark reduzieren.

Nicht immer ist eine OP bei einem Meniskusriss notwendig. Ein gezielter Aufbau der umgebenen Muskulatur hilft das Knie zu entlasten. (Bildquelle: pixabay.com / AlexVan)

Die Chancen für eine Heilung ohne OP sind umso größer, wenn das Gewebe nicht verschoben ist und sich außen im Kniegelenk befindet. Dadurch wird der Meniskus besser durchblutet und die Chancen auf ein spontanes Abheilen sind größer.

Langlaufen mit Bänderriss im Knie

Skilanglaufen ist weitaus ungefährlicher für Knieverletzungen als Abfahrtski. Das liegt daran, dass sich dort bei unkontrollierten Bewegungen eher das Sprunggelenk verdreht als das Knie.

Nichtsdestotrotz muss bei einem Bänderriss im Knie- oder Sprunggelenk sichergestellt werden, dass die Strukturen wieder zueinander finden können. Das dauert meist länger als gedacht. Mindestens sechs Wochen muss das Knie über eine Schiene oder Gips ruhig gestellt werden.

Fazit

Trotz verbesserter Ausrüstung sind schwere Verletzungen auf den Skipisten stets gegenwärtig. Skilanglauf ist dabei deutlich gelenkschonender als Skifahren oder Snowboarden.

Deine körperliche Fitness hat einen Einfluss auf das Verletzungsrisiko. Durch Muskelaufbau und Stabilisationsübungen kannst du deine Gelenke entlasten. Aber auch ein Sporttape kann dich dabei unterstützen. Bei Schmerzen oder Unstabilität im Kniegelenk solltest du Abfahrten meiden und einen Arzt aufsuchen.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] https://www.ski-online.de/stiftung-sicherheit/projekte/detail/asu-unfallanalyse.html

[2] https://gelenk-doktor.de/kniegelenk/meniskus-wann-muss-man-einen-meniskusriss-operieren.html

Bildquelle: pixabay.com / PhotoMIX-Company

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