Nachtsichtgeräte können in vielen verschiedenen Bereichen eingesetzt werden, darunter beispielsweise auch bei der Jagd.

In diesem Artikel erfährst du alles in Bezug auf Nachtsichtgeräte bei der Jagd, inwieweit sie in Deutschland zugelassen sind und was du beim Kauf von Nachtsichtgeräten speziell für die Jagd beachten solltest.

Ist die Benutzung von Nachtsichtgeräten bei der Jagd erlaubt?

Gemäß dem aktuellen Jagdgesetz ist es derzeit in Deutschland verboten, beim Erlegen von Wild Nachtzielgeräte zu verwenden, die einen Bildwandler oder eine elektronische Verstärkung vorweisen und für Schusswaffen bestimmt sind. Die Benutzung wird dementsprechend mit einem Bußgeld geahndet.

Nach § 19 Abs. 1 Ziffer 4 BJagdG ist es in der Bundesrepublik Deutschland verboten, Schalenwild, ausgenommen Schwarzwild, zur Nachtzeit zu erlegen. Diese Zeit ist von eineinhalb Stunden nach Sonnenuntergang bis eineinhalb Stunden vor Sonnenaufgang begrenzt. Demnach ist die Nachtjagd nur wichtig für die Bejagung des Schwarzwildes.

Gemäß § 2 Abs. 3 WaffG i. V. m. dessen Anlage 1 Unterabschnitt 1 Ziff 4.3 (Definition) und Anlage 2 Ziff 1.2.4.2 und § 19 Abs. 5a BJagdG ist es nicht gestattet, ein Gerät welches sich zur Nachtsicht eignet (Nachtsicht- oder Wärmebildoptik) in Verbindung mit einer Waffe, zum Beispiel durch Adapter, Montagen oder ähnlichem zum gezielten Schießen von Wild zu verwenden.

Hierbei sollte also genau unterschieden werden, ob das vorhandene Nachtsichtgerät zur Jagd von Wild verwendet werden darf oder nicht.

Bei der nächtlichen Jagd muss beachtet werden, dass es in Deutschland nicht bei allen Tieren erlaubt ist, sie nachts mit einem Nachtsichtgerät zu jagen, und dass das Nachtsichtgerät nicht am Gewehr befestigt sein darf. style=“font-weight: 400;“>(Foto: Osenberg / pixabay.com)

Was sind Nachtsichtgeräte überhaupt und wie funktionieren sie?

Nachtsichtgeräte generell gibt es in sehr vielen verschieden Variationen. Sie sind mit einem elektronischen Bildverstärker ausgestattet oder verfügen über einen elektronischen Bildwandler. Zudem kann man Nachtsichtgeräte als einfaches handgehaltenes Gerät erwerben oder aber als Nachtsichtbrille, welche man sich um den Kopf schnüren kann.

Nachtsichtgeräte können sowohl in monokularer, als auch in binokularer Form erworben werden. Bei einem Monokular kann man nur mit einem Auge durchschauen, bei einem binokularen Gerät sieht man hingegen mit beiden Augen durch.

In der Regel sind Nachtsichtgeräte Restlichtverstärker. Bei dieser Technik wird bereits vorhandenes Licht bestmöglich verstärkt und so umgewandelt, dass es für das menschliche Auge besser zu sehen ist.

Dafür wird das Restlicht – meistens nicht sichtbares Infrarotlicht – eingefangen, elektronisch verstärkt und anschließend als für das Auge sichtbares Licht wiedergegeben.

Gibt es Besonderheiten, die du beim Kauf beachten solltest?

Nachtsichtgeräte können durch an einem Gewehr montiert werden. Diese Konstruktion wird dann als Nachtzielgerät bezeichnet und ist innerhalb Deutschlands verboten. Hier ist es lediglich erlaubt Vorsatzgeräte mit BKA-Bescheid zu erwerben, die dann nicht auf Zielfernrohre, sondern lediglich auf Spektive oder Ferngläser montiert werden können.

Für das Jagen ist es am sinnvollsten ein monokulares Nachtsichtgerät zu benutzen, da man dabei nur mit einem Auge durch das Nachtsichtgerät schauen muss.

Mit dem anderen Auge kann dann durch das Zielfernrohr geschaut werden. Dies ist sinnvoll, da die menschlichen Augen einige Zeit benötigen um sich an Lichtunterschiede zu gewöhnen.

Dies liegt daran, dass sich die Pupillen in der Dunkelheit nach einer Weile weiten und nun mithilfe des Restlichts mehr erkennen können. Diesen Effekt könnte man mit binokularen Nachtsichtgeräten nicht ausnutzen, da sich die Augen nicht so schnell anpassen können.

Aus diesem Grund sollte die Wahl auf ein Monokular fallen, um jeweils das eine Auge für das Nachtsichtgerät und das andere zum Schießen benutzen zu können. Denn diese Variation sorgt für optimale Sichtverhältnisse bei der Jagd. Diese Vorgehensweise sollte daher den binokularen Nachtsichtgeräten bevorzugt werden, auch wenn diese ein größeres Sehfeld bieten.

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Des Weiteren sollte darauf geachtet werden, dass eine Gummierung am Okular vorhanden ist, um sicherzustellen, dass das verstärkte Licht aus dem Nachtsichtgerät nicht nach außen treten kann und somit möglicherweise das Wild verschrecken könnte.

Wie nützlich sind Nachtsicht-Zielfernrohre für die Jagd?

Da das Befestigen eines Nachtsichtgeräts an einer Jagdwaffe in Deutschland verboten ist, kann auf ein Nachtsichtgerät an einer Kopfhalterung in Kombination mit einem Zielfernrohr zurückgegriffen werden.

Dabei wird ein Nachtsichtgerät ohne Vergrößerung mittels einer Halterung am Kopf befestigt, um mit dem Nachtsichtgerät durch ein Zielfernrohr zu sehen.

Das Nachtsichtgerät ist somit von der Waffe getrennt und daher ist dieses System für die Jagd in Deutschland zulässig. Zusätzlich sollte beachtet werden, dass auch keine Infrarot-Zusatzbeleuchtung eingesetzt werden darf.

Für das Jagen bei Nacht ist das Benutzen eines Nachtsichtgeräts oft die einzige Möglichkeit, um das Wild sehen zu können. (Foto: Hassan / pixabay.com)

Fazit – Worauf muss ich beim Jagen mit einem Nachtsichgerät achten?

Für das Jagen bei Nacht kann ein Nachtsichtgerät eine durchaus sinnvolle Unterstützung sein, auf deren Hilfe ein Jäger bei völliger Dunkelheit auch angewiesen ist. Allerdings solltest du dennoch beachten, dass du dich bei der Verwendung eines Nachtsichtgerätes im gesetzlichen Rahmen bewegst.

Für die Jagd eignet sich am besten ein monokulares Nachtsichtgerät, damit du mit einem Auge das Nachtsichtgerät benutzen kannst und mit dem anderen das Zielfernrohr und sich die Augen somit nicht aufgrund der sich ändernden Lichtverhältnisse ständig umgewöhnen müssen.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] https://www.deutscher-jagdblog.de/nachtsichtgeraete-bildverstaerkertechnologie-jagd/

[2] http://www.jagdrechtsblog.com/saujagd-mit-nachtzielgeraeten-die-trickreiche-bayerische-loesung/

[3] https://djz.de/nachtsichtgeraete-sehen-bei-nacht-14-563/

Bildquelle: unsplash.com / Patrick Fischer

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