Kletterseil
Zuletzt aktualisiert: 10. September 2020

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Beim Klettern musst du dich komplett auf dein Kletterseil verlassen können. Denn oft genug hängt dein Leben an diesem Seil. Deswegen solltest du dich vor dem Kauf eines Seils sorgfältig informieren.

Wir erklären dir in diesem Kletterseil Test, welche unterschiedlichen Arten es für welchen Klettersport gibt. Danach zeigen wir, welche Qualitätsmerkmale ein Seil unbedingt aufweisen sollte, damit du sicher klettern kannst und lange Freude an deinem Seil hast.




Das Wichtigste in Kürze

  • Bei der Wahl eines Kletterseils ist es wichtig genau zu wissen für was man das Seil braucht. Man unterscheidet vor allem zwischen Einzel- und Doppelseilen. Einzelseile werden vor allem für den Indoor-Sport benutzt während Doppelseile Outdoors mehr Schutz und Mobilität bieten.
  • Damit du lange Freude an deinem Seil hast, musst du es richtig pflegen. Schmutz und Nässe können dem Seil schaden.
  • Trotz aller Sorgfalt halten Kletterseile nicht ewig. Damit du immer sicher unterwegs bist, solltest du nie vergessen deine Seile auf Schäden zu untersuchen.

Kletterseile: Favoriten der Redaktion

Das beste Einzelkletterseil

Das Eldrid On Sight Seil ist von 30 bis 80 Metern erhältlich. Dieses hochwertige Einzelseil wird in Deutschland hergestellt. Das Seil wurde mit thermisch behandelt, um Aufrauung zu verhindern und Mantel und Kern am Platz zu halten. Der Hersteller setzt auch eine Technik namens 3D-Lapcoiling ein, die Krangelbildung verhindert.

Das Seil überzeugt durch den fairen Preis für hervorragende Qualität. Dieses Seil wurde für die Anwendung in Kletterhallen hergestellt. Es für Anfänger und alle erfahrenen Sportler geeignet.

Das beste dreifach-zertifizierte Kletterseil

Das Edelrid Swift Pro zeichnet sich durch seine Vielfältigkeit aus. Es ist mit 8.9 Millimetern Durchmesser und einem Gewicht von 53 Gramm pro Metern dünn und leicht. Es ist für die Verwendung als Einzel-, Halb- und Zwillingsseil zugelassen. Es wurde nach Herstellerangaben mittels der ‘Cut Protect’ Flechtmethode hergestellt, was das Seil stabil und resistent macht. Sowohl Mantel als auch Kern wurden bereits vom Hersteller imprägniert um Schmutz und Wasser abzuweisen.

Wer gerne und oft klettert und schon ein bisschen Erfahrung hat, macht mit diesem Seil nichts falsch. Das Seil bietet eine überraschende Vielseitigkeit bei sehr guter Sicherheit und Langlebigkeit. Es ist allerdings nicht als Einfachseil nicht zum Toprope-Klettern geeignet.

Das beste Einzelkletterseil mit optimalem Preis-Leistungs-Verhältnis

Das Tendon Smart Lite Kletterseil mit 9,8 Millimetern ist ein sehr gutes und robustes Seil. Mit 64 Gramm pro Meter ist es zwar relativ schwer, aber dadurch auch besonders langlebig und sicher. Es hält mindestens 7 Normstürze aus. Die Seilmitte ist beim Seil gut sichtbar markiert.

Dieses Einzelseil ist preislich sehr günstig und deshalb besonders für Anfänger sehr attraktiv. Es ist in orange und in grün erhältlich.

Kauf- und Bewertungskriterien für Kletterseile

Durchmesser

Seile mit einem hohen Mantelanteil sind besonders robust und halten bei auch bei regelmäßiger Nutzung eine lange Zeit. Allerdings solltest du dich vor dem Kauf erst informieren, welcher Durchmesser zu welchen Sicherungsgeräten passt. Ist das Seil zu dick, kannst zu es überhaupt nicht einfädeln oder es blockiert.

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Beim Outdoor-Klettern kommt die Dicke des Seils vor allem auf die geplante Route und das Erfahrungslevel an.

Erfahrene Kletterer sparen auf langen Routen mit dünneren Seilen gerne viel Gewicht ein. Um sich abzuseilen sind dünne Kletterseile allerdings zu empfindlich.

Dickere Seile sind reißfester. Dadurch erhöht sich aber auch das Gewicht und die Reibung beim Aufstieg. Indoor-Seile sollten ziemlich dick sein mit etwa 9,5-10,5 Millimetern und über einen hohen Mantelanteil verfügen.

Länge

Bei der Länge kommt es natürlich darauf an, was du mit dem Seil vorhast. Wenn du ein Anfänger bist, sind wahrscheinlich erstmal Kletterhallen für dich interessant. Bringe in Erfahrung wie hoch und wie lang die Routen in deiner örtlichen Kletterhalle sind. Diese sind meistens maximal 20 bis 25 Meter hoch. Da reichen Seile mit höchstens 50 Metern Länge vollkommen aus.

Bei Halb- und Zwillingsseilen hat man den Vorteil, dass man sich mit der vollen Länge des Seils abseilen kann.

Diese Seile sind auch in vielen verschiedenen Längen erhältlich. Die größte Auswahl hast du bei Seilen zwischen 30 und 100 Metern. Aber es gibt auch Seile von bis zu 200 Metern.

Eine gute Standardlänge ist 70 Meter. Bei langen Alpintouren kommen längere Seile in Frage. Dabei spielt aber auch das Gewicht eine große Rolle. Je länger das Seil ist, desto schwerer ist es natürlich auch. Bei 80 bis 100 Metern hat man eine große Reichweite bei moderatem Gewicht.

Normstürze

Normstürze geben an, wie viele Stürze ein Seil theoretisch aushalten kann bevor es zu gefährlich wird. Die Seile werden mit einer sehr hohen Belastung (Sturzfaktor 1,75) getestet. Die Belastung ist in der Regel höher als sie in realistischen Situationen vorkommt.

Die verschiedenen Seilarten müssen unterschiedliche gesetzlich vorgeschriebene Normstürze aufweisen. Das heißt, dass die Seile eine bestimmte Anzahl an Stürzen bei einem bestimmten Gewicht aushalten müssen. Nach EU Regelung werden die Normstürze mit einer Belastung von 80 Kilogramm bei einer Sturztiefe von 4,8 Meter getestet. Das Seil muss mindestens 5 Stürze aushalten.

Dehnung und Fangstoß

Kletterseile müssen dehnbar sein, um Stürze abzufedern. Fangstoß bezeichnet die Auswirkung der Dehnung auf die maximale Kraft, die bei einem Sturz auf das Fallgewicht wirkt. Damit wird gemessen, wie schwer sich ein Sturz auf den Kletterer auswirkt.

Ein hoher Fangstoß bedeutet, dass höhere Kräfte auf den Körper wirken.

Diese Seile bremsen oder federn nicht, weshalb es zu einem starken Ruck kommt. Das kann zu schweren Verletzungen führen, wie zum Beispiel Schleudertrauma und Verletzungen der Wirbelsäule.

Die Obergrenze für den Fangstoß liegt bei Einfach- und Zwillingsseilen bei 1200 daN (Dekanewton = 10 Newton) und bei Halbseilen bei 800 daN.

Auch zu hohe Dehnbarkeit kann zu Problemen führen. Per Gesetz beträgt die maximale Fangstoßdehnung 40%. Eine stärkere Dehnung führt zu verlangsamt den Sturz nicht schnell genug und bringt Kletterer in Gefahr auf Felsen, den Boden oder anderen Hindernissen aufzuschlagen. Die statische Dehnung darf nicht mehr als 10% betragen.

Mantelanteil und -verschiebung

Kletterseile haben einen inneren Kern und einen äußeren Mantel der den Kern schützt. Je dicker der Mantel ist, desto robuster und langlebiger ist das Seil.

Mantelverschiebung bezeichnet einen Schaden am Seil. Dabei verrutscht der innere Kern immer weiter. Mantelverschiebung erhöht das Risiko von Rissen nicht. Der Schaden kann, das Seil trotzdem unbrauchbar machen. Besonders, wenn die Beulen im Seil nicht mehr durch das Sicherungsgerät gleiten kann.

Seile werden auf die Maximalverschiebung geprüft. Dabei dürfen sich Kern und Mantel höchstens um 2 Zentimeter verschieben. Mittlerweile sind bei den meisten Seilen Kern und Mantel miteinander verbunden. Dadurch werden Verschiebungen verringert oder ganz verhindert.

Entscheidung: Welche Arten von Kletterseilen gibt es und welche ist die richtige für dich?

Grob unterteilt gibt es zwei Seilarten: Statikseile und Dynamikseile. Statische Seile werden beispielsweise für Bergrettungen benutzt. Der Name kommt von der Dehnbarkeit der Seile. Statische Seile haben eine verschwindend geringe Dehnbarkeit. Dadurch sind für den Klettersport sind allein dynamische Seile geeignet. Denn statische Seile bieten keine Abfederung von Stürzen, was schwere Verletzungen verursachen kann. In der Regel haben Kletterseile eine Dehnung von 8%.

In folgendem Abschnitt werden lediglich Seile für den Klettersport vorgestellt.

Typ Vorteile Nachteile
Einzelseil Das Einzelseil ist unkompliziert und für Anfänger geeignet. Es wird hauptsächlich in Kletterparks und Hallen benutzt. Es ist nur zur Hälfte kletterbar.
Halbseil Die Sicherung mit Halbseilen minimiert Reibung auf den Mantel. Sie verteilen das Gewicht beim Sturz. Doppelte Seile bedeuten doppelten Aufwand bei der Pflege.
Zwillingsseil Doppelter Schutz bei Stürzen Für Anfänger könnte es mit mehreren Seilen beim Klettern und aufräumen unübersichtlich werden.

Die folgenden Seiltypen haben im Prinzip keine Vor- oder Nachteile, sondern sind vor allem auf verschiedene Einsatzgebiete ausgerichtet. Wir zeigen, dir hier welche Seile für was eingesetzt werden.

Einfachseil

Einfachseil

Einfachseile sind für vor allem für Anfänger gut geeignet. Denn sie sind besonders einfach im Handling und werden vor allem in Kletterhallen und Kletterparks eingesetzt. Ihr Durchmesser reicht von etwa 8,9 bis 11 Millimetern bei einem Gewicht von ungefähr 50 – 80 Gramm pro Meter.

Sie müssen mindestens 5 Normstürze bei einem hohen Fallgewicht von 80 Kilogramm aushalten.

Vorteile
  • einfaches Handling
  • viele Einsatzgebiete
Nachteile
  • nur halbe Seillänge kletterbar
Halbseil

Halbseil

Halbseile werden im Doppelstrang benutzt. Dabei kann jedes Seil in unterschiedliche Sicherungen eingehängt werden. Das reduziert den Fangstoß bei Stürzen, weil das Gewicht gleichmäßig verteilt wird. Zudem reduziert es die Reibung, die auf den Mantel wirkt, was die Langlebigkeit des Seils erhöht. Sie sind in der Regel etwas schmaler als Einfachseile mit 8 bis 9 Millimetern.

Durch die Doppelseile entsteht Redundanz. Die Normstürze werden mit 55 statt 80 Kilogramm getestet, da sich das Gewicht des Kletterers nicht nur auf ein Seil auswirkt.

Sie können für viele Klettersportarten angewendet werden, zum Beispiel Alpinklettern und Dreiseilerschaft

Vorteile
  • reduzierte Reibung durch zweifache Sicherung
  • volle Länge nutzbar
  • kann zwei Nachsteiger mitsichern
Nachteile
  • benötigt Sicherungsgeräte, bei denen man Seile separat einholen kann
  • Sicherheit im Vorstieg größer als im Nachstieg
Zwillingsseil

Zwillingsseil

Zwillingsseile müssen auch im Doppelstrang angewendet werden. Sie sind einzeln deutlich dünner und leichter als Einzelseile. Ein Zwillingsseil ist etwa 7,5 bis 8 Millimeter dick und wiegt nur ca. 40 bis 45 Gramm pro Meter.

Anders als beim Halbseil müssen aber beide Seile in eine Sicherung. Die Zwillingsseile führen zu Redundanz. Das Gewicht wird bei dem Sturz auf beide Seile verteilt. Zwei Seile schützen auch vor scharfen Felskanten. Wenn sich ein Seil beim Sturz über dieser Kante spannt und reißt, sichert das zweite Seil den Kletterer ab. Bei der Prüfung müssen die Seile im Doppelstrang eine Belastung von 80 Kilogramm über 12 Stürze aushalten.

Zwillingsseile sind besonders beliebt beim Alpin- und Eisklettern.

Vorteile
  • volle Länge nutzbar
  • extrem hohe Sicherheit
  • leichter als Halbseile
Nachteile
  • schwieriges Handling für Anfänger

Ratgeber: Häufig gestellte Fragen zum Thema Kletterseil ausführlich beantwortet

In diesem kleinen Ratgeber beantworten wir dir alle häufig gestellten Fragen über Kauf und Pflege eines Kletterseils. Du erfährst hier, wie du dein Seil aufbewahren musst und wann es Zeit wird ein Neues zu kaufen.

Welches Seil ist das Richtige für welchen Klettersport?

Einzelseile werden meistens in Kletterhallen und Kletterparks benutzt. Sie werden deswegen selten vom Hersteller imprägniert und sind dadurch nicht zu rutschig. Vor allem bei unerfahrenen Kletterern ist das wichtig.

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Mittlerweile gibt es immer mehr Seile die für alle drei Seilarten zertifiziert wurden. Diese Allrounder haben viele Vorteile, sind aber für die meisten Anfänger noch etwas zu schwierig.
(Bildquelle: Pexels.com / Min An)

Bei Alpin – und Eistouren steht die Wahl zwischen Halb- und Kletterseilen. Mit Halbseilen kann man mit jedem Seil jeweils einen weiteren Nachsteiger sichern. Bei dem Zwillingsseil kann man nur eine weitere Person absichern. Beide Arten bieten optimale Mobilität, da man die volle Seillänge klettern kann.

Typ Klettersport
Einzelseil Kletterhallen, Kletterpark, kurze Outdoor-Aufstiege
Halbseil Alpinklettern, Eis- und Gletscherklettern
Zwillingsseil Alpinklettern, Eis- und Gletscherkletter

Was kosten Kletterseile?

Wie bereits erwähnt sollte die Auswahl des Seils nach der Art des Klettersports gewählt werden. Bei Kletterseilen ist der Preis abhängig von der Länge. Je nach Hersteller gibt es große Preisunterschiede. Seile guter Qualität können sehr teuer sein. Allerdings sollte man bedenken, das beim Klettern das eigene Leben an dieser Investition hängt.

Typ Preis
Einfachseil 70 bis 200 Euro
Halbseil 120 bis 200 Euro
Zwillingsseil 120 bis 200 Euro

Wo kann ich Kletterseile kaufen?

Du kannst Kletterseile in Sport- und Wandergeschäften oder in speziellen Fachgeschäften kaufen. Bei letzteren gibt es auch oft die Möglichkeit, deine Seile professionell prüfen zu lassen.

Du kannst deine Seile auch bequem online kaufen und liefern lassen. Hier findest du sie zum Beispiel bei:

  • Amazon.de
  • bergzeit.de
  • bergfreunde.de
  • campz.de

Wie lang kann ich ein Kletterseil benutzen?

Für deine eigene Sicherheit solltest du deine Seile nach der Ausnutzung der Normstürze oder nach spätestens zehn Jahren ersetzen. Wenn du dein Seil häufiger benutzt, solltest du es häufiger ersetzen. Hier ist eine kleine Übersicht zur Orientierung.

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Selbst bei guter Pfelge altern Seile. Deswegen solltest du auch unbenutzte Seile nach spätestens zehn Jahren nicht mehr zum Klettern benutzten.
(Bildquelle: Unspalsh.com / Patrick Hodskins)

Die tatsächliche Lebensdauer hängt aber von der Kondition des Seils ab. Dazu gehören zum Beispiel wie oft es Stürze abfangen musste und die Häufigkeit von Krangeln.

Häufigkeit der Benutzung Lebensdauer
Täglich weniger als ein Jahr
Wöchentlich ca. ein Jahr
mehrmals im Monat zwei bis drei Jahre
einmal im Monat ca. fünf Jahre
jährlich ein bis zwei mal ca. 7-8 Jahre

Auch durch äußere Schäden wird ein Seil unbrauchbar. Du solltest es aussortieren, wenn:

  • es mit Chemikalien, insbesondere mit Säuren, in Berührung gekommen ist.
  • es zu einem starken Mantelrutsch kommt.
  • der Mantel stark abgenutzt ist.
  • der Mantel beschädigt ist, zum Beispiel durch Schnitte oder Reibung.

Wie pflege ich meine Kletterseile?

Kletterseile sind nicht billig. Deswegen solltest du sie gut pflegen und bei Bedarf regelmäßig waschen.

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Deine Sicherheit steht an erster Stelle! Nach jeder Benutzung solltest du dein Seil sorgfältig prüfen und richtig lagern.
(Bildquelle: Unsplash / Chris Taljaard)

Wir erklären dir hier was du bei der Pflege beachten musst.

  • Auf Schäden prüfen: Vor der ersten Anwendung und nach jeder weiteren Benutzung, insbesondere bei Stürzen, sollte man sein Seil genau auf Schäden überprüfen. Bei sichtbaren Rissen oder Verletzungen des Mantels sollte man das Seil sofort aussortieren. Das Seil hat auch das Ende seiner Lebenszeit erreicht, wenn sich das Seil knicken lässt und/oder der Mantel stark aufgeraut ist. Sind die Schäden nur an den Enden vorhanden, kann man das Seil auch kürzen.
  • Waschen: Es ist wichtig, das Seil immer sauber zu halten. Schmutz macht das Handling schwerer, zum Beispiel dadurch, dass es schwerer durch Karabiner gleitet. Beim Waschen sollte man besonders vorsichtig mit dem Seil umgehen und nur niedrige Temperaturen benutzen. Man kann es in der Waschmaschine ohne Schleudergang mit mildem Waschmittel reinigen. Alternativ kann man es auch in Handwäsche in einer Badewanne säubern.
  • Lagerung: Um die Qualität des Seils möglichst lang zu erhalten, sollte es trocken und dunkel gelagert werden. Der Lagerort sollte zudem weder zu kalt noch zu heiß werden. Man darf das Seil also nicht das ganze Jahr im Auto lagern.

Muss ich mein Kletterseil imprägnieren?

Imprägnierung schützt das Seil vor allem vor Feuchtigkeit und feinem Staub und Schmutz. Dadurch hält das Seil länger. Allerdings macht eine Imprägnierung das Seil glatter und damit rutschiger, was besonders bei neuen Seilen gefährlich werden könnte.

Ob es die Behandlung sinnvoll ist, hängt vor allem vom Einsatzzweck ab.

Wenn du nur in der Halle kletterst, ist es nicht unbedingt notwendig. Auch beim Outdoor Felsklettern ist Nässe kein großer Sorgenpunkt. Aber das Seil ist hier besonders Staub und Sand ausgesetzt. Starke Verschmutzung erschwert das Handling und reduziert deswegen die Haltbarkeit des Seils.

Wenn das Seil sehr wahrscheinlich in Berührung mit Eis oder Regen kommen wird (zum Beispiel beim Alpinklettern) ist eine Imprägnierung auf jeden Fall sehr wichtig.

Kann ich Kletterseile modifizieren? Verbinden, kürzen, färben.

  • Kürzen: Besonders wenn man Kletterseile oft zum Abseilen benutzt, werden die Enden der Seile schnell abgenutzt und aufgeraut. Dann sollte man die beschädigten Enden abschneiden. Das kannst du in Fachgeschäften durchführen lassen oder zuhause machen. Die professionelle Kürzung wird mit einem Heißschneider durchgeführt, damit Kern und Mantel wieder miteinander verschmolzen werden. Anfänger sollten lieber etwas Geld investieren und das Seil kürzen lassen, damit nichts schief gehen kann. Bei der Gelegenheit lässt kann man auch noch den Zustand des Seils prüfen lassen.
  • Färben: Es wird davon abgeraten Kletterseile zu färben, welche noch wirklich zum Klettern benutzt werden. Hast du das Seil aber schon aussortiert und möchtest es upcyclen, kannst du es natürlich auch färben.

Wie entkrangel ich mein Kletterseil?

Mit Krangeln werden Verdrehungen bezeichnet, die unter anderem bei falscher Anwendung entstehen. Dabei verdreht sich das Seil um die Längsachse. Diese Krangel müssen unbedingt aufgelöst werden. Krangel können sich in Sicherungsgeräten und Karabinern verhaken. Weiterhin kann es passieren, dass der Halbmastwurfknoten sich bei einem Sturz nicht richtig zuzieht und das Seil nicht abbremsen kann.

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Um ein Seil zu entkrangeln kannst du es doppelt legen und aushängen lassen.

Alternativ kannst die Krangel per Hand entfernen, in dem du das Seil mit beiden Händen fasst.

Dabei hältst du das Seil mit einer Hand fest, während die andere Hand das Seil gerade zieht. Das musst du bis zum Seilende fortführen. Eventuell musst du diesen Prozess zwei oder dreimal wiederholen, je nach dem, wie stark das Seil verkrangelt ist.

Bildquelle: Trischberger/ 123rf.com

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