Expressschlingen
Zuletzt aktualisiert: 8. Oktober 2020

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Expressschlingen sind aus der Grundausrüstung eines Kletterers nicht wegzudenken. Egal ob in der Halle, im Klettergarten oder am Fels – diese Zwischensicherungen sind auf deinen Klettertouren stets dein treuer Begleiter. Die diversen Ausführungen auf dem Markt sind jedoch zahlreich und so kann es bei der Auswahl leicht zu Verwirrung kommen.

Unser Expressschlingen Test 2020 wird dich in deiner Suche nach der richtigen Expressschlinge unterstützen. Wir haben solche mit verschiedenen Schlingenmaterialien, sowie diversen Karabinerarten miteinander verglichen und dir die jeweiligen Vor- sowie Nachteile dazu aufgelistet. Durch diese Übersicht wird es dir hoffentlich leicht fallen, am Ende genau diejenige Expressschlinge zu finden, die die Richtige für dich ist.




Das Wichtigste in Kürze

  • Expressschlingen (auch bekannt als “Express-Sets”, “Expressen” oder “Exen”) gehören zur Grundausrüstung jedes Kletterers. Sie dienen vor allem der Zwischensicherung, begradigen auf unebenen Routen jedoch auch den Seilverlauf.
  • Bei der Wahl der richtigen Expressschlingen für dich kannst du dich sowohl zwischen verschiedenen Karabinerarten, als auch zwischen zwei verschiedenen Schlingenmaterialien entscheiden.
  • Karabiner und Material der Schlingen beeinflussen das Handling beim Einhängen und sollten deshalb sorgfältig ausgewählt werden. Dabei bringen die verschiedenen Arten jeweils gewisse Vor- und Nachteile mit sich, die je nach Einsatzbereich mal mehr, mal weniger schwer ins Gewicht fallen.

Expressschlingen Test: Favoriten der Redaktion

Die besten Expressschlingen aus Dyneema

Die Expressschlingen Edison Straight/Wire der Marke Elliot besitzen eine 12 mm dünne und 11 cm lange Schlinge aus Dyneema und zwei Karabiner mit Keylock-System. Die Bruchlastwerte betragen 25 / 9 / 8 kN (Längs/Quer/offen) und in der unteren Schlinge ist ein Gummi zur zusätzlichen Fixierung des Karabiners eingearbeitet.

In der Klettergemeinschaft erfreuen sich die Elliot Edison Exen großer Beliebtheit. Viele Kunden schätzen das niedrige Gewicht (96 Gramm) und die hohen Bruchlastwerte der Karabiner. Durch eingearbeitete Nylonfasern, erhält die Dyneema-Schlinge dieser Expresse außerdem einen orangen Farbton und ist so leicht zu erkennen. Bemängelt wird jedoch gelegentlich die etwas kleine Schnapperöffnung von 19 mm.

Die besten preiswerten Expressschlingen

Die Expressschlingen Lime NY von Climbing Technology sind in Längen von 12 und 17 cm erhältlich. Die 16 mm breite Polyamid-Schlinge ist an zwei Keylock-Karabinern befestigt, die jeweils eine Bruchlast von 24 / 8 / 8 kN (Längs / Quer / offen) aushalten. Der untere Karabiner ist dabei mit einem Gummi fest in der Schlinge fixiert. Mit einem Gewicht von 100 Gramm bei 12 cm Länge ist diese Exe zudem auch relativ leicht.

Dieses Express-Set punktet mit einem sehr starken Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Schlingen sind solide verarbeitet und sehr griffig. Das einfache und angenehme Handling wird von Kunden immer wieder gelobt.

Die besten Expressschlingen für Sportler

Das Modell Slash Wire von Edelrid besitzt eine 16 mm breite Schlinge aus Polyamid und zwei Karabiner mit Keylock-System. Das Modell ist einmal in der kurzen Variante mit 10 cm Länge und in einer längeren mit 18 cm erhältlich. Die Bruchlastwerte der Karabiner betragen 23 / 10 / 8 (Längs / Quer / offen) und insgesamt ist die Exe bei 10 cm Länge 100 Gramm schwer (105 Gramm bei 18 cm).

Auch diese Exen von Edelrid überzeugen vor Allem mit einem sehr starken Preis-Leistungs-Verhältnis und gutem Handling. Besonders Sportkletterer werden das schnelle Ein- und Aushängen dieser Exen sehr zu schätzen wissen.

Die besten Expresschlingen mit hoher Lebensdauer

Die Expressschlingen Edelrid Bulletproof gibt es mit 15 mm breiten Polyamid-Schlingen und zwei Keylock-Karabinern (Bruchlastwerte: 24/10/8 kN). Der untere Karabiner wird dabei noch zusätzlich durch eine Anti-Twist-Fixierung gesichert. Besonderes Feature dieser Expresse: um Verschleißerscheinungen zu verringern, besitzt der seilseitige Karabiner einen Stahleinsatz im Bereich der Seilführung. Die Expresse ist in den Längen 12 und 18 cm erhältlich, wobei die 12 cm lange Exe 117 Gramm wiegt.

Mit dem Bulletproof Modell von Edelrid haben wir definitiv die langlebigste Expressschlinge in unserem Vergleich gefunden. Der oben erwähnte Stahleinsatz im unteren Karabiner wirkt der Seilreibung optimal entgegen, sodass du guten Gewissens mehrere Jahre lang auf die Sicherheit deiner Expressen zählen kannst. Für gutes Handling sorgen breite Schnapperöffnungen der Karabiner und, wie erwähnt, natürlich der Keylock-Mechanismus. Allerdings befindest du dich mit diesem Modell dafür auch in der höheren Preisklasse.

Die besten Expressschlingen mit langer Schlinge

Mit der 25 cm langen Expresse DMM Shadow kommt nun auch ein längeres Modell in unseren Vergleich. Die beiden Karabiner überzeugen mit sehr hohen Bruchlastwerten von 24 / 9 /10 kN (Längs / Quer / offen) und einer großen Schnapperöffnung von 25 mm. Auch hier ist das Keylock-System natürlich gewährleistet.

Die Schnapper-offen-Bruchlast von 10 kN der Karabiner ist in unserem Vergleich einzigartig. Mit 113 g ist diese 25 cm Exe zudem immer noch relativ leicht, im Vergleich zu anderen Modellen dieser Länge. Solltest du noch auf der Suche nach einem geeigneten Modell für die 2 – 3 langen Exen in deinem Set sein, können wir dir diese hier ohne Vorbehalt zu empfehlen.

Kauf- und Bewertungskriterien für Expressschlingen

In der folgenden Übersicht zeigen wir dir, welche Aspekte du beim Kauf von Expresschlingen beachten solltest.

Die Eigenschaften, anhand derer du verschiedene Expresssets miteinander vergleichen kannst, beinhalten:

Nachfolgend wirst du erfahren, worauf genau es bei diesen Kriterien ankommt.

Karabinerart

Da wir beim Klettern großen Wert auf Sicherheit legen, stellt sich zunächst die Frage nach der Bruchlast. Von den drei Werten, in denen diese bei Karabinern angegeben wird (jeweils für Längs- und Querbelastung und mit offenem Schnapper), solltest du vor Allem auf die Schnapper-offen-Bruchlast ein gewisses Augenmerk legen.

Diese kann abgesehen von äußeren Faktoren, wie inkorrektem Einhängen, ebenso durch die Beschaffenheit des Karabiners relevant werden. Ein Karabiner mit Drahtschnapper (Wire Gate) hat bei gleicher Festigkeit eine deutlich geringere Masse, als ein Vollmetallschnapper. Das hat den Vorteil, dass er sich beim Aufprall auf die Felswand nicht so lange öffnet (Whiplash-Effekt). Er senkt demnach das Risiko einer Schnapper-offen-Belastung und ist gleichzeitig auch leichter.

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Ein weiterer Aspekt ist das Handling beim Einhängen.

Karabiner mit sogenanntem “Keylock”-System kommen ohne Nase aus und verhaken sich daher beim Einhängen nicht so leicht im Seil oder Bohrhaken.

Ebenfalls praktisch ist es, wenn der seilseitige Karabiner eine gebogene Schnapperform aufweist. Einziger Nachteil bei Wire Gates: die Drahtschnapper mit Keylocksystem sind meist nur in der oberen Preisklasse vertreten.

Natürlich kannst du auch beide Formen verwenden: seilseitig einen Wire Gate Karabiner und hakenseitig einen mit Vollmetallschnapper. Sets mit dieser Kombination sind ebenfalls im Handel erhältlich.

Gewicht

Generell möchte man als Kletterer natürlich eine möglichst leichte Ausrüstung mit sich führen. Eine allgemeine Antwort zum idealen Gewicht einer Expressschlinge lässt sich hier jedoch pauschal nicht geben.Je nach Länge und Karabiner wiegt eine gewöhnliche Expressschlinge zwischen 80 und 130 Gramm.

Das Gewicht der Expressschlinge hängt selbstverständlich vom Gewicht ihrer einzelnen Komponenten ab. Da dieses jedoch unmittelbar aus den verwendeten Materialien und den damit verbundenen Vor- und Nachteilen zusammenhängt, ist es an dieser Stelle jedem selbst überlassen, wo man Prioritäten setzt.

Länge

Expressschlingen sind in Längen zwischen 10 und 25 cm erhältlich. Vorab lässt sich sagen, dass es IMMER sinnvoll ist, verschiedene Längen mitzuführen. Einige Längen sind jedoch insbesondere für manche Anwendungsbereiche geeigneter, als für andere.

Dein Express-Set sollte immer verschiedene Längen beinhalten.

Beim Klettern in Hallen oder beim Sportklettern beispielsweise verlaufen die Routen meist eher gerade, sodass kurze Expressen mit einer Länge von 10 – 15cm vollkommen ausreichen. Als Standardlänge gelten meist 12 cm.

Es macht jedoch, wie eingangs erwähnt, auch hier Sinn, evtl. zwei oder drei lange Schlingen (20 – 25 cm) dabeizuhaben.

Möchtest du im Freien klettern, so kann es nützlich sein, den Seilverlauf durch lange Exen begradigen zu können. Außerdem sollte der Karabiner niemals direkt auf dem Fels aufliegen, da es durch die erzeugte Hebelwirkung zum Bruch kommen könnte. Expressen mit einer Länge zwischen 20 und 25 cm können dies gut verhindern.

In besonders komplizierten Situationen, wie sie beispielsweise im alpinen Gelände vorkommen können, kommen sogar Express-Sets mit einer Länge von 60 cm zum Einsatz. Dies stellt jedoch eher eine Ausnahme da und ist im Grundset nicht zwingend notwendig.

Gummifixierung

Der seilseitige Karabiner der Expressschlinge wird generell durch eine sehr enge Schlinge fixiert. Auf diese Weise kann das Risiko einer unerwünschten Querbelastung des Karabiners und die dadurch geringere Bruchlast gesenkt werden.

In manchen Expressen wird dies zusätzlich durch einen Gummiring in der Schlinge geregelt. Der Karabiner ist durch den Gummi nochmal etwas besser fixiert, was auch das Einhängen deutlich leichter machen kann.

Entscheidung: Welche Arten von Expressschlingen gibt es und welche davon ist die richtige für mich?

Beim Material der Bandschlinge kannst du dich zwischen Schlingen aus Nylon (Polyamid) und Dyneema (Polyethylen) entscheiden. Die beiden Stoffe unterscheiden sich hauptsächlich hinsichtlich ihrer Beschaffenheit und ihres Gewichtes.

Material Vorteile Nachteile
Expressschlingen aus Nylon (Polyamid) günstiger, breiter und griffigere Oberfläche schwerer, nimmt mehr Wasser auf
Expressschlingen aus Dyneema (Polyethylen) leicht, nimmt weniger Wasser auf glatt (schlecht festzuhalten), keine Farbauswahl, teurer

Aus sicherheitstechnischer Sicht, macht es jedoch keinen Unterschied, für welches Material du dich entscheidest. Wie die Bruchlast von Karabinern, ist auch die Reißfestigkeit der Bandschlingen europaweit genormt. Vorgeschrieben sind dabei 22 kN.

Expressschlingen aus Nylon (Polyamid)

Expressschlingen aus Nylon (Polyamid)

Expressschlingen aus Nylon sind, wie bereits erwähnt, schwerer, jedoch auch günstiger aus ihre Pendants aus Dyneema. Sie sind in verschiedenen Farben erhältlich, was unter Umständen logistisch gesehen sehr praktisch sein kann.

Vorteile
  • günstiger
  • Farbauswahl
  • breiter und griffigere Oberfläche
Nachteile
  • schwerer
  • nimmt mehr Wasser auf

Mit einer Breite zwischen 11 und 16 mm und ihrer raueren Oberfläche sind sie sehr griffig und daher insbesondere beim Sportklettern sehr zu empfehlen. Einige Kletterer berichten, dass die breiteren Nylon-Schlingen zudem auch einen “psychologischen” Vorteil haben, da sie robuster aussehen. Selbstverständlich sind jedoch beide Materialien gleich sicher.

Expressschlingen aus Dyneema (Polyethylen)

Expressschlingen aus Dyneema (Polyethylen)

Expressschlingen aus Dyneema sind leichter, als solche aus Nylon, jedoch auch meist teurer. Ihre Oberfläche ist sehr glatt, weshalb es nicht möglich ist, sie einzufärben. Gleichzeitig sind Expressschlingen aus Dyneema auch wesentlich dünner (8 – 11 mm), als solche aus Nylon. In Verbindung mit ihrer glatten und somit rutschigen Oberfläche sind sie daher schlechter festzuhalten.

Vorteile
  • leicht
  • nimmt weniger Wasser auf
Nachteile
  • glatt (schlecht festzuhalten)
  • keine Farbauswahl
  • teurer

Natürlich bringen Expressschlingen aus Dyneema auch ihre Vorteile mit sich. Welche Aspekte für dich wichtiger sind, hängt unter anderem von deinem Einsatzbereich, jedoch auch von deinem persönlichen Geschmack ab.

Ratgeber: Häufig gestellte Fragen zum Thema Expressschlingen ausführlich beantwortet

Zum Thema Expressschlingen gibt es innerhalb der Klettergemeinde immer wiederkehrende Fragen. Viele Kletterer sind sich unsicher dabei, welche Expresse die Richtige für sie sein könnte. Damit du dich vor dem Kauf so ausführlich wie möglich über dieses Produkt informieren kannst, haben wir dir in unserem Ratgeber die wichtigsten Punkte zusammengestellt.

Was sind Expressschlingen?

Expressschlingen, auch als Expressen, Express-Sets oder schlichtweg “Exen” bekannt, sind ein Teil der Grundausrüstung eines jeden Kletterers. Sie bestehen aus einer Bandschlinge, an derer beider Enden jeweils ein Karabiner befestigt ist.

Im Handel sind sie als Set in Stückzahlen von 5 – 10 Exen oder auch einzeln erhältlich. Unterschiede gibt es hinsichtlich Länge, Schlingenmaterial, sowie Größe, Form und Art der Karabiner. Je nach Ausführung variiert auch das Gewicht.

Wozu benötigt man Expressschlingen?

Beim Klettern werden Expressschlingen als Zwischensicherung verwendet. Einer der Karabiner wird dabei im Sicherungspunkt am Fels (oder an der Kletterwand) eingehängt, der andere wird am Seil befestigt. Im Verlauf deiner Route kannst du so deine potentielle Sturzhöhe immer wieder verringern.

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Expressschlingen dienen als Zwischensicherung. Durch verschiedene Längen kannst du zudem den Seilverlauf begradigen.
(Bildquelle: Fionn Claydon / unsplash)

Du kannst mithilfe deiner Expressen außerdem jederzeit den Seilverlauf günstig verändern. Als Sportkletterer oder auch auf besonders komplizierten Routen wirst du den verringerten Seilzug auf jeden Fall zu schätzen wissen.

Wie viel kosten Expressschlingen?

Die Preisspanne bei Express-Sets ist sehr weit. Sicher sind die europaweit genormten Exen alle, doch findest du in den höheren Preisklassen meist besonders leichte Produkte.

Material Preisspanne (einzeln)
Expressschlingen aus Nylon (Polyamid) 10 – 25 €
Expressschlingen aus Dyneema (Polyethylen) 15 – 35 €

Expressschlingen sind meist in Sets aus 5 – 10 Stück erhältlich. Natürlich kannst du aber auch einzelne Exen für bereits vorhandene Sets oder als Ersatz kaufen.

Alle europaweit erhältlichen Exen sind danke europäischer Norm sicher. Teure Expressen sind jedoch meist sehr leicht.

Achtung: Falls du durch den Kauf gebrauchter Expressen etwas Geld sparen möchtest, möchten wir dir an dieser Stelle dringend davon abraten. Du kannst niemals sicher sein, wie lange und wie oft der Vorbesitzer diese tatsächlich verwendet hat!

Wo kann ich Expressschlingen kaufen?

Du kannst Expressschlingen im Fachhandel vor Ort, in vielen Outdoor-Geschäften und natürlich auch online kaufen.

Falls du dich wie viele andere Kletterer auch fragst, auf welcher Seite du Expressschlingen online kaufen kannst, möchten wir dir mit der folgenden Liste weiterhelfen:

  • amazon.de
  • bergfreunde.de
  • bergzeit.de
  • kletterbude.de
  • campz.de

Alle Expressschlingen, die wir dir auf unserer Seite vorstellen, sind mit einem Link zu mindestens einem dieser Shops versehen. Wenn du eine Exe gefunden, die für dich passt, kannst du also gleich zuschlagen.

Welche Alternativen gibt es zu Expressschlingen?

Eine Alternative gibt es zu Expressschlingen nicht. Während es früher einmal üblich war, den Karabiner direkt in den Sicherungspunkt einzuhängen, ist dies mittlerweile keine Option mehr. Expressschlingen sind leicht, sicher und schnell anzubringen und daher fester Bestandteil jeder Grundausrüstung eines Kletterers.

Expressschlingen gehören in jede Grundausrüstung.

Es gibt eine Möglichkeit, Expressen mithilfe zweier Karabiner und einer Bandschlinge “selbst herzustellen”.

Obwohl dies evtl. beim alpinen Klettern im Einzelfall bei besonders ungünstigen Stellen hilfreich sein kann, ist aus sicherheitstechnischen Gründen jedoch im Allgemeinen davon abzuraten.

Wie viele Expressschlingen benötige ich beim Klettern?

Wie viele Expressschlingen du brauchst, hängt natürlich von der Länge deiner Tour ab. Pauschal lässt sich jedoch sagen, dass du mit 12 – 15 Expressen in der Regel auf den meisten Touren gut auskommen solltest. Auf längeren Routen können 20 Exen Sinn machen, im Klettergarten reichen meist auch weniger.

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Genügend Expressschlingen dabei zu haben, ist für den Erfolg deiner Tour unverzichtbar.
(Bildquelle: Fionn Claydon / unsplash)

Bedenke dennoch, dass es grundsätzlich immer besser ist, mehr dabeizuhaben, als zu wenige. Schließlich möchtest du auf deiner Tour ja so flexibel wie möglich sein – und außerdem nicht plötzlich ohne Expressschlingen dastehen. Trau dich also ruhig, ein paar extra Exen als Reserve einzupacken.

Beispiel für ein Set für eine durchschnittlich lange Tour:

Länge Anzahl
Kurz (10 – 15 cm) 7
Mittel (16 – 18 cm) 5
Lang (20 – 25 cm) 3

Vergiss nicht, wie bereits erwähnt, auch immer 2 – 3 lange Expressen mit einzupacken. Wie du weißt, kann es selbst mit der besten Planung einmal zu Überraschungen kommen. Für diesen Fall solltest du nicht nur mit deinem Können, sondern auch mit deiner Ausrüstung gewappnet sein.

Wie hänge ich Expressschlingen korrekt ein?

Bei vielen Kletterern herrscht immer noch Ungewissheit, wenn es darum geht, die Expressen richtig einzuhängen. Wir klären diese Frage ein für alle Mal und erklären dir außerdem, was es sonst noch zu beachten gibt.

  • Welcher Karabiner gehört ins Seil? Sieh dir zunächst die Schlinge deiner Expresse an: die beiden Schlaufen, in die die Karabiner gehören, sind unterschiedlich weit. Dabei gilt, dass der seilseitige Karabiner immer in die engere der beiden Schlingen gehört und der felsseitige Karabiner in die Weite.Der Grund dafür ist, dass der “Untere”, also der seilseitige Karabiner, fest in der Schlinge fixiert sein sollte, um ein Verdrehen und damit eine Querbelastung zu vermeiden.
    Hinweis: Niemals die Karabiner vertauschen! Der felsseitige Karabiner wird durch die Reibung am Bohrhaken mit der Zeit schmale Grate entwickeln. Würdest du diesen Karabiner auf der Seilseite verwenden, so könnte es nicht nur zu erhöhtem Verschleiß, sondern auch zu gefährlichen Mantelrissen im Seil kommen.
  • Felskanten beachten Beim Einhängen deiner Expressschlingen solltest du immer darauf achten, dass der Karabiner niemals direkten Kontakt mit dem Fels hat. Die dadurch erzeugte Hebelwirkung könnte zu unerwünschten Belastungen und damit zum Bruch des Karabiners führen. Außerdem könnte sich der Schnapper in sehr unglücklichen Fällen durch Druck auf eine Felskante öffnen.
  • Seilführung Die Merkregel lautet in diesem Fall, dass die Schnapper der Karabiner immer entgegengesetzt zu deiner Bewegungsrichtung ausgerichtet sein sollten. Nur so wird im Falle eines Sturzes sichergestellt, dass sich der Schnapper nicht öffnet.

Wie lang ist die Lebensdauer einer Expressschlinge?

Die Antwort auf diese Frage hängt natürlich vor Allem von der Beanspruchung ab. Daher solltest du deine Expressen regelmäßig gut unter die Lupe nehmen und dabei nach Verschleißspuren Ausschau halten.

Ist die Schlinge ausgefranst oder weist sogar kleine Risse auf, sollte sie unbedingt ausgetauscht werden. Zu beachten ist auch, dass insbesondere bei Schlingen aus Dyneema nach 3 – 5 Jahren ein Absinken der Reißfestigkeit beobachtet werden konnte.

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Seil und Karabiner verschleißen sich auf Dauer gegenseitig. Doch besonders der hakenseitige Karabiner der Expresse wird durch die Reibung am Bohrhaken stark beansprucht.
(Bildquelle: Brook Anderson / unsplash)

Pauschal lässt sich sagen, dass du die Schlingen spätestens nach 5 Jahren austauschen solltest. Bedenke, dass es im Grunde um deine eigene Sicherheit geht. Und natürlich gilt: sobald einer der Karabiner einen Schaden aufweist, muss er sofort ersetzt werden.

Obwohl Karabiner meist eine höhere Lebensdauer haben, solltest du auch hier besonders auf Verschleißerscheinungen achten. Insbesondere der hakenseitige Karabiner deiner Expressschlingen hat durch die ständige Reibung am Metall des Bohrhakens einiges auszuhalten. Es ist daher wichtig, regelmäßig die Stabilität und Verschlusseigenschaft zu überprüfen.

Bildquelle: Poprotsky/ 123rf.com

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