Zuletzt aktualisiert: 24. Februar 2021

Atmungsaktive Stoffe sind ein immer wichtiger werdendes Qualitätsmerkmal von Stoffen und Bekleidung. Viele Menschen achten auf die Herkunft der Fasern und den Anteil der nicht-luftdurchlässigen Materialien. Besonders im Sport- und Outdoorbereich ist dies ein wichtiges Kriterium für die Kunden.

In der Kleidung findet man auf dem Etikett oft eine Mischung verschiedener Fasern, natürliche als auch synthetische. Doch oft weiß man nicht, was die Namen der Materialien überhaupt bedeuten und welche Eigenschaften sie haben. Im folgenden Artikel helfen wir dir, die Zusammensetzungen der Fasern zu verstehen und zu beurteilen. Wir zeigen dir, welche Stoffe atmungsaktiv sind und welche weniger.




Das Wichtigste in Kürze

  • Heutzutage sind nicht nur Naturfasern sehr atmungsaktiv, sondern auch viele synthetische Fasern können luftdurchlässig sein. Diese hatten lange Zeit einen schlechten Ruf und haben sich erst über die Jahre zu einem bequemen Stoff entwickelt.
  • Atmungsaktive Stoffe finden in vielen Bereichen Verwendung. Besonders wichtig ist diese Eigenschaft jedoch im Sportbereich. Durch die körperlich anstrengende Betätigung beim Sport schwitzen wir viel und brauchen spezielle darauf angepasste Kleidung.
  • Oft weiß man mit den Materialien nichts anzufangen und kann nicht beurteilen, ob eine Stoff luftdurchlässig ist. Worauf du genau achten musst erfährst du hier.

Atmungsaktive Stoffe: Was du wissen solltest

Hier erhältst du einen Überblick über atmungsaktive Stoffe. Wir beantworten dir außerdem wichtige Fragen und geben dir einen umfangreichen Ratgeber über dieses Thema.

Atmungsaktiv: Was bedeutet das eigentlich?

Ein atmungsaktiver Stoff macht deine täglichen Bewegungen angenehmer. Das gelegentliche normale Schwitzen und die Körperwärme erzeugen eine Feuchtigkeit zwischen Haut und Kleidung. Ein luftdurchlässiges Gewebe sorgt dafür, dass diese Feuchtigkeit nach außen dringen kann und sich nicht auf der Haut ansetzt, dadurch bleibt diese stets trocken.

Besonders beim Sporttreiben ist es wichtig, dass die Kleidung diese Eigenschaften besitzt und atmungsaktiv ist. Wenn die Feuchtigkeit nach außen abgegeben werden kann, kühlt gleichzeitig dein Körper ab und du bist beim Sporttreiben leistungsfähiger.

Wie funktionieren atmungsaktive Stoffe?

Der Grundgedanke bei atmungsaktiven Stoffen ist, dass die vom Körper produzierte Feuchtigkeit nach außen geleitet wird damit es unter der Bekleidung nicht zum Hitzestau kommt. Wichtig ist auch, dass keine Flüssigkeit, wie Regen und Wind, von außen eindringt. Die Kleidung ist zudem meist wasserfest und lässt sich dadurch gut im Outdoorbereich einsetzen.

Wichtig sind hierbei die Membranen. Membranen sind dünne Material- und Gewebeschichten, die dafür sorgen, dass keine Nässe eindringt (Regen), aber alle Gase (Körperdämpfe) entweichen lässt. Sie sorgt außerdem für eine natürliche Temperaturregelung des Körpers und trägt damit zum eigenen Wohlbefinden bei.

Woran erkenne ich atmungsaktive Stoffe?

Bevor man sich atmungsaktive Kleidung zulegen will, sollte man auf das Etikett schauen. Wichtig ist die Mischung verschiedener Stoffe und der Anteil von luftdurchlässigen Materialien. Je höher der prozentuale Anteil an Stoffen mit dieser Eigenschaft, desto atmungsaktiver ist die Kleidung.

Im Sportbereich wird vermehrt mit dem RET- und MVTR-Wert angegeben, wie luftdurchlässig ein bestimmter Stoff ist. Diese Werte zeigen dir, ob und wie stark ein Material atmungsaktiv ist. Wichtig sind diese Zahlen im Profi-Sportbereich und bei Outdooraktivitäten.

Atmungsaktive Stoffe

Vor allem beim Sport ist eine atmungsaktive Kleidung extrem wichtig. (Bildquelle: Alora Griffiths/ Unsplash)

Wann sind atmungsaktive Stoffe sinnvoll?

Grundsätzlich sind atmungsaktive Stoffe bei jeglicher Bekleidung sinnvoll, auch bei Schuhen. Jeder der vermehrt schwitzt, auch im Alltag, sollte sich luftdurchlässige Kleidung zulegen. Durch das angenehme Tragegefühl wird die Lebensqualität gesteigert und du fühlst dich wohler.

Auch im Alltag sind atmungsaktive Stoffe vorteilhaft.

Besonders wichtig ist diese Eigenschaft eines Materials beim Sporttreiben oder starker Bewegung. Dadurch, dass die Wärme beim Schwitzen nach außen geleitet wird, kühlt sich die Körpertemperatur wieder herunter und der Körper bleibt leistungsfähig.

Vermehrt finden atmungsaktive Stoffe im Profi-Sportbereich Anwendung, um ein optimales sportliches Ergebnis zu erzielen.

Was solltest du bei atmungsaktiven Stoffen beachten?

Es gibt eine große Auswahl an luftdurchlässigen Materialien, doch alle besitzen auch unterschiedliche Eigenschaften. Manche Stoffe sind nicht sehr hautfreundlich und können Allergikern Probleme bereiten. Hierbei solltest du dich vorher informieren, ob du bestimmte Fasern möglicherweise nicht verträgst. Außerdem kann es vorkommen, dass manche Fasern (Wolle) kratzig sind, sehr schwer im Gewicht sind oder schnell knittern können. Auch solltest du darauf achten wie strapazierfähig und robust ein Stoff ist, damit er nicht schnell reißt.

Welche Stoffe sind atmungsaktiv?

Nicht alle Stoffe, die in der Bekleidungsindustrie verwendet werden sind luftdurchlässig und atmungsaktiv. Um einen besseren Überblick zu bekommen haben wir dir im Folgenden eine Übersicht mit allen atmungsaktiven natürlichen und synthetischen Fasern zusammengestellt.

Naturfasern sind nicht automatisch auch luftdurchlässig. Beispielsweise wird Seide in der Bekleidungsbranche sehr oft verwendet, ist aber nicht atmungsaktiv. Nachfolgend siehst du alle pflanzlichen und tierischen Fasern, die diese wertvolle Eigenschaft besitzen.

natürliche Stoffe Informationen
Baumwolle ist eine Naturfaser, stark saugfähig, temperatur- und feuchtigkeitsregulierend, sehr leicht im Gewicht
Viskose ist eine chemisch aufbereitete Naturfaser, kann sehr viel Flüssigkeit aufnehmen, fühlt sich weich an auf der Haut
Leinen Pflanzenfaser, im Sommer luftig, hautfreundlich, pflegeleicht, allergikerfreundlich
Wolle tierische Fasern, nimmt viel Flüssigkeit auf, luftdurchlässig, kann oft kratzig sein, wärmend

Auch bei den synthetischen Stoffen gibt es große Unterschiede in Bezug auf die Atmungsaktivität. Stoffe wie Lyocell oder Elasthan sind nicht luftdurchlässig und werden trotzdem manchmal in großen Teilen mit anderen Stoffen verarbeitet. Dafür sind alle synthetischen Fasern knitterfrei und müssen nicht gebügelt werden.

synthetische Stoffe Informationen
Polyacryl Kunstfaser, sehr robust, leicht und wärmend, kaum saugend aber trocknet schnell
Polyester Kunstfaser, bügelfrei, weich auf der Haut, leicht und trotzdem wärmend
Polyamid sehr leicht, robust, nicht saugend aber sehr schnell trocknend

Viele Fasern sind heutzutage atmungsaktiv, natürliche sowie auch chemisch aufbereitete. Trotzdem musst du beim Kauf von Stoffen und Bekleidung immer genau darauf achten, welche Materialien verarbeitet wurden und wie groß der Anteil der nicht-luftdurchlässigen Fasern ist. Oft ist ein kleiner Teil Elasthan enthalten, um den Stoff dehnbar zu machen. Wenn dieser relativ klein gehalten ist, mindert das nicht die Atmungsaktivität.

Fazit

Egal ob Naturfasern oder synthetische Fasern, viele Stoffe sind heutzutage atmungsaktiv. Diese Eigenschaft macht deine Bekleidung bequemer und viel angenehmer zu tragen. Vor allem im Alltag ist dies wichtig, um immer einen kühlen Kopf zu bewahren. Denn die Atmungsaktivität in deiner Kleidung sorgt für einen natürlichen Temperaturausgleich und kühlt deinen Körper bei Anstrengung herunter. Dafür sind die Membranen in den Stoffen verantwortlich. Sie schützen dich in deinen atmungsaktiven Sachen vor äußeren Flüssigkeiten und bringen deine vom Körper produzierte Feuchtigkeit nach außen.

Dadurch, dass der Körper sich bei Anstrengung nicht überhitzt, findet luftdurchlässige Kleidung vor allem im Sportbereich Anwendung. Der Körper kann mit der richtigen Bekleidung leistungsfähiger sein. Wichtig ist auch darauf zu achten, welche Fasern genau im jeweiligen Stoff verarbeitet wurden. Oft werden viele verschiedene Natur- und Kunstfasern gemischt von denen nicht alle atmungsaktiv sind. Wenn nur ein kleiner prozentualer Anteil von nicht-luftdurchlässigen Fasern enthalten ist, bleibt die Atmungsaktivität trotzdem erhalten und du kannst die Kleidung ohne Bedenken nutzen.

(Titelbild: Fotorech / Pixabay)

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